IG Lebenswerte Lux begrüßt Erstellung eines Gutachtens für eine leisere und sichere Luxemburger Straße
Köln, 30.07.2026: Die Stadt Köln hat am Montag eine Beschlussvorlage für den Mobilitätsausschuss veröffentlicht, die die Finanzierung eines Gutachtens für verschiedene Maßnahmen zur Neuordnung des Verkehrs und zur Reduzierung des Verkehrslärms auf der Lux zum Ziel hat. Die Notwendigkeit des Gutachtens resultiert aus einem Beschluss des Verkehrsausschusses aus dem Mai 2025. Damals stimmten SPD, Grüne, Linke, FDP und Volt mehrheitlich einem SPD-Änderungsantrag zu, der die Prüfung der Inhalte unseres 5-Punkte Plans für eine sichere Lux enthielt.
Unser 5 Punkte-Plan wurde Ende 2024 in einem breiten Bündnis aus Fahrrad Entscheid Köln, ADFC, VCD, Kidical-Mass, FUSS e.V. und der Bicycle Mayor im Zuge unserer großen Demonstration mit 800 Teilnehmenden nach einem schweren Unfall mit einem 5-Jährigen Kind aufgestellt:
- Einrichtung von Tempo 30 (ist erfolgt)
- Umwandlung der rechten Fahrspur in einen Radfahrstreifen
- Abbau aller „freilaufenden Rechtsabbieger“
- Getrennte Ampelschaltungen für weniger Konflikte zwischen Fuß-, Rad- und motorisiertem Verkehr
- Mehr Polizeikontrollen hinsichtlich Überholabständen zum Radverkehr, Zweite-Reihe Parkern und Rotlichtverstößen.
Die Stadt möchte den Prüfauftrag nun durch das Gutachten umsetzen und schreibt in der Pressemeldung:
"Erste Berechnungen sprechen dafür, dass die Umgestaltung möglich ist. Das Verkehrsaufkommen könnte je nach Abschnitt um zehn bis 20 Prozent, bei Tempo 30 im Schnitt um 25 Prozent sinken." (Stadt Köln)
Wir begrüßen die Vorlage der Verwaltung und appellieren an die Politik, das Gutachten in Auftrag zu geben, um eine gute Faktenlage bzgl. der Auswirkungen möglicher Maßnahmen zu erhalten. Dies ist sowohl zum Schutz der Anwohnenden vor Verkehrslärm als auch für eine höhere Verkehrssicherheit auf der Lux nötig. Denn Tempo 30 wird nach unseren Messungen derzeit nur von einem Drittel aller Kfz-Fahrenden eingehalten. Ein Drittel fährt sogar nach wie vor noch über 40 km/h. Zudem geht aus dem Lärmgutachten aus 2025 hervor, dass Tempo 30 alleine nicht ausreicht, um den rechtlich vorgeschrieben Lärmschutz der Anwohnenden zu erfüllen.
Wir stehen für Rückfragen zum Thema sowie für alle demokratischen Parteien und Fraktionsmitglieder für Gespräche bereit. In der derzeit sehr einseitig geführte Debatte möchten wir zudem noch mehr Klarheit schaffen:
Kfz-Verkehrsbelastung der Lux
Die Kft-Verkehrsbelastung der Luxemburger Straße lag zuletzt vor Tempo 30 bei etwa 20.000 Kfz pro Tag — je nach Abschnitt etwas höher oder auch niedriger. Durch Tempo 30 und den höheren Spritpreisen könnten sich die Kfz-Verkehrsmengen bereits reduziert haben. Bis zu diesem Bereich sind auch einspurige Straßen möglich. Dabei hängt die Leistungsfähigkeit einer Straße insbesondere von der Gestaltung der Kreuzungen/Ampeln und weniger von den Spuren auf der Strecke ab. Zumal die rechte Fahrspur durch den Rad- und Lieferverkehr im Alltag nicht dauerhaft für den fließenden Autoverkehr zur Verfügung steht. Das zu beauftragende Gutachten soll in einer "Mikrosimulation" jede Kreuzung hinsichtlich der Machbarkeit und Auswirkungen auf den Kfz-Verkehr untersuchen.
Die Funktion der Lux: Verschiedene Netze
Denn fest steht: Die Lux ist seit dem im Jahr 2014 beschlossenen Radverkehrskonzept eine Straße, auf der eine Trennung zwischen Auto- und Radverkehr vorgesehen ist. Die Straße ist im beschlossenen Kölner Hauptnetz für den Kfz-Verkehr (MIV-Grundnetz) ebenfalls eine wichtige Achse. Gleichzeitig ist die Straße ein Mittelpunkt und Verbindungsstück der Veedel Sülz und Klettenberg und stark vom Wohnen geprägt und auch Schulweg. Die Politik beschloss zusätzlich auf Achsen des MIV-Grundnetzes Maßnahmen zur Lärm-, Abgas- und Erschütterungsreduzierung vorzunehmen. Dem kommt die Verwaltung nun durch das Gutachten nach.
Auswirkungen von Elektroautos
Die steigende Verbreitung von Elektroautos wird die Lärmproblematik bzgl. der Anfahrgeräusche an Ampeln, jedoch nicht während der Fahrt auf der Strecke lösen. So steht im Lärmaktionsplan der Stadt Köln geschrieben, dass bei Elektrofahrzeugen ab einer Geschwindigkeit von ca. 25 km/h das Abrollgeräusch die primäre Lärmquelle darstellt (Seite 109) — kurz: die Reifen machen den Lärm, nicht der Motor. Ab ca. 25 km/h unterscheidet sich der Lärm zwischen Verbrenner- und Elektroautos somit nur geringfügig.
Nun gilt Tempo 30 auf der Lux
Seit Dienstag, 26. August 2025 gilt nun Tempo 30 auf der Luxemburger Straße. Die neue Höchstgeschwindigkeit wurde zwischen Barbarossaplatz und dem Militärring eingeführt. Hierfür setzt sich die IG Lebenswerte Lux seit ihrer Gründung im Jahr 2022 ein. Nach vielen Infoveranstaltungen, Gesprächen mit Anwohnenden, Politik und Verwaltung, Demonstrationen, über 60 Lärmschutzanträgen der Anwohnenden und mehreren Untätigkeitsklagen ist es nun soweit! Mit der Einführung von Tempo 30 wird der im BundesImmissionsschutzgesetz verankerte Schutz der Gesundheit endlich umgesetzt. Die IG Lebenswerte Lux wird die Einführung durch verschiedene Kampagnen begleiten (u.A. Kinospot, Instagram, Flyer) und die Akzeptanz nach einiger Zeit evaluieren. Hierfür hat die IG in den vergangenen 12 Monaten eigene Messungen hinsichtlich gefahrenen Geschwindigkeiten und Lärmpegel durchgeführt. Unser Flyer "5 gute Gründe für Tempo 30" steht weiter unten auf dieser Seite als PDF-Download zur Verfügung.
Wir appellieren an alle Verkehrsteilnehmenden, die neue Höchstgeschwindigkeit einzuhalten. So können wir gemeinsam für weniger Lärm, bessere Luft und mehr Verkehrssicherheit sorgen. Die Linie 18 kann nach wie vor auf dem eigenen Gleis schneller fahren.
Zahlreiche Initiativen und Verbände begrüßen die Einführung von Tempo 30
„Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen innerorts zählt zu den zentralen Forderungen der Kidical Mass.Auf der Luxemburger ist das kein KANN sondern ein MUSS, um die gesetzlichen Vorgaben zum Lärmschutz einzuhalten.“ — Simone Kraus, Kidical Mass Köln
„Wir begrüßen die Entscheidung der Stadtverwaltung. Sie macht die Luxemburger Straße sicherer. Bei 30 km/h ist der Reaktions- und Bremsweg von Autofahrenden deutlich kürzer und Verletzungen fallen weniger gravierend aus.“ — Alison Haywood, Fahrrad-Entscheid Köln
„[…] Insofern ist die Geschwindigkeitsreduzierung von Tempo 50 auf 30 auch für Fußgänger*innen insbesondere unter Sicherheits- und Gesundheitsaspekten „ein Segen“. Deshalb unterstützt die Ortsgruppe Köln des FUSS e.V. diese Maßnahmen voll.“ — Anne Grose, FUSS e.V. Ortsgruppe Köln
„Der VCD Regionalverband Köln begrüßt die Geschwindigkeitsreduktion. Endlich wird dem Gesundheitsschutz Rechnung getragen. Bislang wurde dieses Schutzgut häufig ignoriert.“ — Hans Georg-Kleinmann, VCD Regionalverband Köln e.V.
"Wir danken der IG Lebenswerte Lux für ihren Einsatz für weniger Verkehrslärm und mehr Sicherheit auf der Luxemburger Straße und unterstützen die zügige Umsetzung von Tempo 30 ausdrücklich. Parallel sollten allerdings die Einrichtung von durchgängigen Radfahrstreifen und der Umbau der großen Kreuzungen nicht vergessen werden.“ — Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) Köln
Beschlossen: Unser 5-Punkte Plan für eine sichere Luxemburger Straße
Am 13. Mai 2025 brachte die SPD-Fraktion einen Antrag in den Verkehrsausschuss, der unseren 5 Punkten entspricht. Dieser wurde von der SPD-Fraktion, Grüne, Linke, Volt und FDP beschlossen. Somit hat die Verwaltung nun den Auftrag, folgende Maßnahmen zu prüfen und Tempo 30 als Sofortmaßnahme umzusetzen:
1. Konfliktfreie Ampelschaltungen bei denen der abbiegende motorisierte Verkehr nicht zeitgleich Grün mit dem Rad- und Fußverkehr erhält. Wir fordern die zeitliche Trennung der Ampelphasen zwischen den Verkehrsarten Fußverkehr, Radverkehr und Autoverkehr. Unfälle mit rechtsabbiegenden Kfz und LKW wären somit beinahe ausgeschlossen.
2. Tempo 30 als Sofortmaßnahme zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit und Minderung von Unfallfolgen. Dies wird derzeit aufgrund von Lärm geprüft. Es sollte zusätzlich als Sofortmaßnahme geprüft werden, Tempo 30 zur Herstellung der Verkehrssicherheit auf der Lux anzuordnen. Tempo 30 sorgt für eine deutlich sicherere Straße. Wenn es zu einem Zusammenstoß kommt, ist die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Aufprall bis zu 4x höher als bei Tempo 50. Der Anhalteweg eines Autos wird durch Tempo 30 insgesamt halbiert. Dass die Anzahl von Unfällen zurückgeht, beweist auch eine Auswertung des difu auf den Kölner Ringen.
3. Einrichten von Radfahrstreifen auf der Lux sowie an angrenzenden Hauptverkehrsstraßen, um das Radfahren auf der Lux zu ermöglichen. Derzeit meiden viele Personen die Luxemburger mit dem Rad. Doch dies ist nicht für alle möglich, denn die Wohnnutzung ist hoch. Auch die Cafés und Restaurants, das Kino, Gym, Supermärkte und Fachgeschäfte müssen mit dem Rad erreichbar sein. Hier nehmen wir die Kölner Ringe, ebenfalls eine Bundesstraße, als Vorbild. Die Luxemburger Straße sollte ebenfalls so aufgeteilt werden, dass jeder Verkehrsart ihre eigene, sichere Fläche erhält.
4.Abbau der freilaufenden Rechtsabbieger an der Universitätsstraße / Weißhausstraße /.Luxemburger Straße, da diese ein großes Gefahrenpotential für den Rad- und Fußverkehr darstellen. Eine kurzfristige Abpollerung, wie dies in Köln üblich ist (bspw. Hansaring / Am Kümpchenshof) sollte auch hier verfolgt werden. Freilaufende Rechtsabbieger wirken beschleunigend auf den Autoverkehr, wo diese eigentlich hoch aufmerksam sein müsste. Diese Art der Infrastruktur wird in Köln grundsätzlich nicht mehr gebaut.
5. Polizeiliche Kontrollen von Schrittgeschwindigkeit beim Rechtsabbiegen von Lkw, Zweite Reihe-Parken, Rotlichtverstößen sowie Überholabständen zwischen Kfz- und Radverkehr. Hier sollten von der Polizei neue Instrumente und Messgeräte eingesetzt werden, um insbesondere Überholabstände und die Geschwindigkeiten beim Abbiegen zu erfassen.
Der 5-Punkte Plan wurde aufgestellt von FUSS e.V., ADFC Köln, VCD Köln, Kidical Mass-Aktionsbündnis, IG Lebenswerte Lux, Fahrrad-Entscheid Köln sowie der ehrenamtlichen Fahrradbürgermeisterin Anna Genser.
Presseberichte gibt es von Radio Köln, InSülz&Klettenberg, dem KStA, außerdem berichtete die WDR Lokalzeit.
Sülz und Klettenberg in Bewegung: 800 Stimmen für eine sichere Lux - Viermal mehr Demonstrierende als erwartet
Köln, 17.11.2024: Viermal so viele Menschen wie ursprünglich erwartet haben am vergangenen Samstag friedlich für eine sichere Luxemburger Straße demonstriert. Die Demonstrierenden begrüßten mit Applaus den aufgestellten 5-Punkte-Plan zur Erhöhung der Verkehrssicherheit (siehe unten).
Um 16 Uhr wurde die Demonstration unter dem Motto „Sichere Luxemburger Straße für alle! Unfälle verhindern, nicht verwalten“ am Klettenbergpark eröffnet. Es folgten zwei Redebeiträge von Dominik Kerl, IG Lebenswerte Lux sowie Anne Grose, FUSS e.V. „Ich freue mich sehr, dass so viele Anwohnende an der Demonstration teilnehmen! Das zeigt das große Bedürfnis nach mehr Sicherheit auf der Luxemburger Straße.“, so Anne Grose. „Wir pendeln über die Lux, wir wohnen hier, leben, arbeiten, treffen uns mit Freunden, gehen ins Kino oder ins Café. Sie ist Teil unseres Lebens und wir möchten nicht länger hinnehmen, dass Menschen hier weiterhin akut gefährdet werden.“, so Dominik Kerl. Anschließend startete der Protestmarsch zu Fuß mit über 800 Personen über die Luxemburger Straße. Am Sülzgürtel sowie an der Breibergstraße wurde ein stiller Halt eingelegt, um an die Radfahrenden, die in Folge eines Unfalls getötet wurden, zu gedenken. Die Verletzlichkeit von Radfahrenden und zu Fuß Gehenden wurde durch einen „Die-In“ verdeutlicht. Die Demonstrierenden legten und setzten sich für mehrere Minuten auf die Kreuzung Luxemburger Straße / Gottesweg. Außerdem sollte auf die Folgen von weiteren schweren Unfällen hingewiesen werden, wenn die Politik nun nicht handelt. Zuletzt folgten weitere Redebeiträge von Simone Kraus, Kidical Mass-Aktionsbündnis und von Christoph Schmidt, ADFC Köln. Pünktlich gegen 17 Uhr löste sich die friedliche Demonstration mit 800 Teilnehmenden auf.
"Die Lux hat Sülz und Klettenberg in Bewegung gebracht: 800 Menschen haben für eine höhere Verkehrssicherheit demonstriert. Dabei rechneten wir nur mit 200 Teilnehmenden. Doch die Menschen sorgen sich um ihre Gesundheit und sind gleichzeitig bereit für Veränderungen! Auch viele Kinder demonstrierten und forderten auf ihren selbst gebastelten Schildern sichere Radwege und Tempo 30. Die hohe Teilnehmeranzahl gibt der Kommunalpolitk nun Rückenwind, der genutzt werden sollte. Wir fordern alle Fraktionen auf, unseren 5-Punkte Plan zu unterstützen und Mehrheiten für einen Beschluss zu finden. Der Status Quo - das hat die große Beteiligung heute gezeigt - ist nicht länger hinnehmbar! Die Gewährleistung von Verkehrssicherheit ist keine Option, sondern eine Pflichtaufgabe."
— Dominik Kerl, Sprecher IG Lebenswerte Lux
„Bereits vor 17 Jahren wurde ein Mädchen auf dem Schulweg an der gleichen Stelle von einem Lkw-Fahrer angefahren und tödlich verletzt. Es ist längst überfällig, dass Verwaltung und Politik ihrer Verantwortung gerecht werden und die Infrastruktur so umbauen, dass Unfälle mit Schwerverletzten und Toten verhindert werden. Ungeschützte Verkehrsteilnehmer:innen müssen Vorfahrt haben – vor allem die Kinder.“
— Simone Kraus, Sprecherin Kidical Mass Köln an der Unfallstelle Lux / Gottesweg
„Diese monumentale Teilnehmeranzahl hat bewiesen, welchen Stellenwert die Sicherheit von Menschen im Straßenverkehr für die Kölner hat. Die Kölner lieben ihre Stadt und wollen darin LEBEN! Die Menschen haben gesprochen, jetzt müssen die von ihnen gewählten Vertreter handeln und den 5-Punkte Plan umsetzen.“
— Anna Genser, ehrenamtliche Fahrradbürgermeisterin
Presseberichte
Tagesschau Online: https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-nach-unfall-mit-lkw-und-5-jaehrigem-demo-auf-luxemburger-strasse-in-koeln-102.html
EXPRESS: https://www.express.de/koeln/demo-blockiert-grosse-kreuzung-in-koeln-nicht-mehr-hinnehmen-900636
Report-K: https://www.report-k.de/800-menschen-demonstrieren-fuer-eine-sichere-luxemburger-strasse/
InSuelz&Klettenberg: https://insuelz.com/2024/11/18/lux-verkehrssicherheit/
Radio Köln: https://www.radiokoeln.de/artikel/demo-fuer-sichere-luxemburger-strasse-2160752.html
Bodo P. Schmitz - Mutbuergerdokus: http://www.mutbuergerdokus.de/html/aktionen/2024_11_16_demonstration-sichere-luxemburger-strasse-fuer-alle-unfaelle-verhindern-nicht-verwalten.htm
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10 Jahre nach der Bürgerbeteiligung - Wie sieht's aus mit der Neugestaltung der Berrenrather Straße?
Am 1. Juli luden wir in die ehemalige Waisenhauskirche VENTANA ein, um über den aktuellen Sachstand zur Neugestaltung der Berrenrather Straße zu reden. Über 80 Personen waren unserer Einladung gefolgt und informierten sich. Zu Gast war die ehemalige Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker, die den ganzen Prozess zur Neugestaltung vor einigen Jahren angestoßen hat. Peter Gwiasda vom Planungsbüro VIA erzählte daraufhin vom aufwendigen Beteiligungsverfahren, welches in den Jahren 2014 und 2015 durchgeführt wurde. Anschließend berichtete Projektleiterin Hanna Müller und Lukas Zwiener vom Amt für Straßen- und Radwegebau der Stadt Köln über den aktuellen Stand des Projekts. Allgemein wird es auf der Berrenrather Straße grüner werden, über 30 neue Bäume sind geplant. Es wird mehr Platz für Fahrradabstellmöglichkeiten (auch Lastenräder) geben. Zu Fuß Gehende können sich über zahlreiche Zebrastreifen freuen. An den Kreuzungen zur Sülzburgstraße und auch zum Weyertal / Arnulfstraße werden neue Kreisverkehre eingerichtet. Auf der zukünftigen Berrenrather wird auf der gesamten Strecke zwischen Gürtel und Universitätsstraße dann Tempo 30 gelten. Die Gehwege werden breiter und Nutzungen wie Parken, Laden und Liefern, Außengastronomie und Begrünung werden in einer Fläche geordnet und gebündelt. Für blinde Menschen wird ein taktiles Leitsystem eingerichtet. Der Radverkehr erhält außerdem 1,75 m breite Schutzstreifen mit ausreichend Abstand zu den parkenden Autos. Derzeit sind die Versorungsträger und die RheinEnergie am Zug, ihre Planungen zu erstellen. Denn bei einer neugestalteten Straße gibt es ein fünfjähriges Aufrissverbot. Die RheinEnergie erarbeitet derzeit eine Machbarkeitsstudie über ein neues Fernwärmenetz. Die bundesweiten Gesetzesänderungen bzgl. des Klimaschutzes im Wärmebereich und der Dekarbonisierung der Wärmenetze beeinflusst somit auch die Berrenrather. Das Verlegen von Leitungen ist jedoch absolut notwendig, um die neuen über 30 Baumstandorte realisieren zu können.
Folglich wird es noch einige Zeit dauern, bis die Bagger für die Neugestaltung anrollen können. Und auch der Bauprozess wird Jahre in Anspruch nehmen. Dies bestärkt uns als IG Lebenswerte Lux darin, uns weiterhin für eine sichere Radverkehrsführung auf der Lux einzusetzen. Wir freuen uns, wenn wir etwas aufklären konnten und sind uns klar, dass uns dieses Thema noch einige Jahre begleiten wird.
Der Kölner-Stadtanzeiger berichtete ebenfalls über unsere Veranstaltung. Wenn es Neuigkeiten gibt, stellt die Stadt Köln diese auf der eigenen Seite zur Verfügung.
Über uns – Kurz und knapp
Wir haben uns im Frühjahr 2022 gegründet und setzen uns für eine lebenswerte und zukunftsgewandte Luxemburger Straße ein. Wir wohnen an der Lux, gehen dort einkaufen, treffen uns dort auf einen Kaffee und nutzen sie auch als Verkehrsachse mit dem Auto, dem Rad und zu Fuß. Um die Aufenthalts- und Wohnqualität zu steigern, setzen wir uns für eine Lärmreduzierung, Luftreinhaltung und höhere Verkehrssicherheit ein. Denn zu Fuß Gehende und Radfahrende jeden Alters sollen sicher auf der Lux unterwegs sein können. Als konkrete Maßnahmen fordern wir:
- Die Einführung von Tempo 30 als Lärmschutzmaßnahme
- Umwandlung der rechten Fahrspur zu einem breiten Radfahrstreifen
- Markierung eines Sicherheitsabstands zwischen Radstreifen und Parken, um "Dooring"-Unfälle zu verhindern
- Beseitigung von Hindernissen und Barrieren für den Fußverkehr
- Sichere Querungen und häufigere und längere Grünphasen für den Fußverkehr
Endlich fertig: Unsere Bürgereingabe als Ergebnis der vier Werkstattgespräche
Am 15. November 2023 reichten wir unsere erarbeitete Bürgereingabe an die Geschäftsstelle für Anregungen und Beschwerden der Stadt Köln ein. In der Eingabe sind folgende neun Punkte aufgelistet, um die Verkehrssituation insbesondere für den Rad- und Fußverkehr auf der Lux zu verbessern. Die Punkte stammen aus den vier Werkstattgesprächen, welche wir im Laufe des Jahres 2023 veranstalteten und an denen insgesamt 60 Personen teilnahmen. Im Werkstattgespräch zum Thema Radverkehr nahmen 25 Personen teil. Wir möchten uns noch einmal für die gute Beteiligung und die konstruktiven Diskussionen und Gespräche bedanken! Die Ergebnisse der einzelnen Werkstattgespräche können unter dem Tab Aktuelles detaillierter nachgelesen werden.
- Systematisches Freiräumen der Gehwege
- Verdeutlichung und Neumarkierung und -beschilderung von bestehenden Ladezonen
- Erweiterung der Ladezonen südlich des Gürtels
- Ahnden des illegalen Gehwegparkens Lux / Klettenberggürtel
- Erweiterung des Fahrradparkens südlich des Gürtels
- Einrichtung von Sharing-Stationen der Mikromobilität
- Einrichtung von Lastenrad-Stellplätzen
- Bau von fest installierten Blitzern
- Punktuelle Ausbesserung des Asphalts zur Minderung des Sturzrisiko
Bereits über 60 Antragsteller:innen für verkehrslärmreduzierende Maßnahmen! Schon dabei?
Am Samstag, den 20. August 2022 luden wir Anwohnende aus Sülz/Klettenberg und der Luxemburger Straße in das Weisshaus-Kino ein. Diesem Aufruf sind über 50 Personen gefolgt. Dort stellten wir uns als IG erstmals der Öffentlichkeit vor und sprachen über zahlreiche Themen rund um die Lux als Straße zum Wohnen, Ausgehen, Einkaufen und Aufenthalt. Einen genauen Bericht findet ihr im Menü unter Aktuelles. Wir fordern alle Anwohner:innen der Lux auf, gegen die hohe Verkehrslärmbelastung einen unverbindlichen Antrag für verkehrslärmreduzierende Maßnahmen bei der Stadt Köln zu stellen. Eine schnelle und effektive Maßnahme könnte bspw. die Einführung von Tempo 30 sein. Bitte informiert uns, wenn ihr einen Antrag gestellt habt. Den Download des Formulars findet ihr weiter unten:
Download Lärm-Antragsformular als Word- oder PDF-Datei:











